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Erlebnisbericht zum Testtag im Lotus Formel ADAC von

Lucas Speck

Neben dem Preisgeld war in diesem Jahr bei den ADAC Kart Masters für die beiden Erstplatzierten in der Klasse KF2 auch wieder ein Testtag in einem ADAC Formel Masters Team ausgeschrieben.

Hiermit steht der ADAC bezüglich der Nachwuchsförderung in Deutschland ganz vorne.

Am 15. November sollte es in Hockenheim soweit sein. Da der Sitz in einem solchen Fahrzeug speziell auf den Fahrer zugeschnitten werden muss, reisten Tim Zimmermann und ich, begleitet von meinen Eltern und zwei Fans schon am späten Nachmittag des Vortags an.

Bis die Sitzposition und die Pedaleinstellung stimmt, vergehen schnell 3 Stunden. Erst als Alles perfekt vorbereitet war, beendeten die Mechaniker des Lotus-Teams rund um Teamchef Timo Rumpfkeil, welches dieses Jahr mit meinem früheren Gegner aus dem Kartsport – Marvin Kirchhöfer – auch die diesjährige Meisterschaft gewonnen haben, ihre Arbeit nach 23 Uhr.

Am nächsten Morgen hieß es dann pünktlich aufstehen. Wir haben uns um kurz nach 8 mit dem Team an der Strecke getroffen. Bevor es in die Rennwagen ging, drehten wir noch 3 Runden mit Timo auf dem Grand Prix Kurs und bekamen Instruktionen über Bremspunkte, Gangwahl und Ideallinie. Punkt 9 Uhr durften wir dann selber auf die Strecke! Die größte Herausforderung war es bei Temperaturen um die 5°C das Material auf Betriebstemperatur zu bringen, aber eins nach dem andern:

Einsteigen bedeutet bei abgenommenen Lenkrad die Beine in eine Kohlefaserröhre gleiten zu lassen. Da es in dem engen Cockpit unmöglich ist sich selber anzuschnallen, beugt sich auch schon der Mechaniker über das Cockpit um mich mit den extrem breiten Sechspunktgurten wie ein Stück Ladung fest zu zurren. Jetzt wird das Lenkrad mit seinen unzähligen Knöpfen und dem Display, welches mir am Vorabend erklärt wurde, aufgesteckt.

Das Display ist nicht viel anders als in meinem Kart, die Datenerfassung hat lediglich neben Drehzahl, Temperaturen, Geschwindigkeit sowie Längs- und Querbeschleunigung zusätzlich einen Kanal für den Bremsdruck, Lenkwinkel und Gaspedalstellung. Im Kart bin ich als Fahrer schon ziemlich gläsern, hier lautet die Regel: Das Team sieht alles auf der Datenaufzeichnung und was dort nicht zu sehen ist liefert die Kamera, die über meinem Kopf auf dem Überrollbügel montiert ist. Es ist also absolut zwecklos dem Renningenieur irgend ein Märchen zu erzählen ...

Den Motor zu starten ist so ziemlich das Einfachste bei einem solchen Formelfahrzeug. Zündung ein, Knopf drücken und schon brabbelt der VW-Motor im Stand vor sich hin, fast so wie in meinem Golf. Kupplung treten, Schalthebel entschlossen nach hinten ziehen – Klack – der erste Gang ist drin. Jetzt kommt der schwierigste Teil: Anfahren.

Hierzu stelle man sich einen Golf vor, 3. Gang und eine Kupplung mit einem Pedalweg von 2mm zwischen ganz aus und voll eingekuppelt. Also volle Konzentration und ab ...

Kaum ist der Renner in Bewegung ist der Fuß über der Kupplung schon überflüssig – wird schließlich schon bald wo anders benötigt. In der Boxengasse wird noch „normal“ hoch geschaltet, sobald ich auf der Rennstrecke bin drehe ich den Motor bis zum Drehzahlbegrenzer und ziehe kurz vor dem Erreichen am Schalthebel. Mit der Zündunterbrechung knallt der nächste Gang des sequenziellen 5-Rennganggetriebes regelrecht rein und es geht bis zur Höchstgeschwindigkeit von über 210km/h weiter vorwärts. Da ich mit meinem Kart nicht gerade untermotorisiert bin, überrascht mich die Beschleunigung nicht. Anders das Anbremsen der Kurven! Mit dem linken Fuß voll – mit aller Kraft - auf die Bremse, mit rechts Zwischengasstöße und dabei runterschalten. Wenn die Reifen warm sind ist die Verzögerung gewaltig. Schon nach wenigen Runden komme ich in den Rhythmus.

Alle 8 Runden werde ich in die Box gerufen, ca. 2 Minuten Datenauswertung, kurze Besprechung und wieder raus. Jetzt geht es darum exakt das umzusetzen, was der Renningenieur vorgibt.

Die zusätzlichen Datenkanäle liefern mir auch sehr interessante Infos für weitere Kartrennen.

Punkt 16 Uhr werde ich das letzte Mal in die Boxen gerufen, da die Strecke schließt. Über den Tag konnte ich meine Rundenzeiten konstant verbessern ohne ein Risiko eingegangen zu sein. Obwohl es locker noch schneller geht, war ich an dem Tag ca. 5 Sekunden schneller als ein Rennporsche mit ca. 400 PS – Leistung ist eben nicht alles im Motorsport.

Abschließend kann ich mich nur beim ADAC, dem Lotus Team und meinen Lehrern die mich beurlaubt haben, für den tollen Tag bedanken und hoffe schon bald wieder in einem solchen Rennwagen zu sitzen.

 

Technische  Daten Formel ADAC:

Chassis: Dallara (Kohlefaser)

Motor: VW 1,6l FSI mit 145 PS

Getriebe: 5 Gang sequentiell von Hewland

Gewicht: 570 kg incl. Fahrer